StartseiteRatgeberHeizspiegel 2026: Heizöl +24 %, Gas günstiger — was Ihr Zuhause wirklich kostet
Familie·6 Min. Lesezeit·19. Oktober 2026

Heizspiegel 2026: Heizöl +24 %, Gas günstiger — was Ihr Zuhause wirklich kostet

Der neue Heizspiegel zeigt: Heizöl wird 2026 drastisch teurer, Erdgas dagegen leicht günstiger. Wir zeigen die Zahlen für Wohnung und Einfamilienhaus — und wie viel sich mit einfachen Mitteln sparen lässt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Heizspiegel 2026 von co2online, Deutschem Mieterbund und Bauherren-Schutzbund wurde am 22. September 2026 veröffentlicht.
  • Heizöl wird für eine 70-m²-Wohnung rund 24 % teurer (1.030 € → 1.275 €/Jahr), im 130-m²-Einfamilienhaus sogar 28 % (2.145 € → 2.745 €/Jahr).
  • Erdgas wird dagegen leicht günstiger — Wohnung −4 % (1.170 € → 1.120 €), Haus −5 % (2.040 € → 1.930 €) — die Entlastung gilt aber als vorübergehend.
  • Holzpellets verteuern sich ebenfalls deutlich: +17 % in der Wohnung, +23 % im Haus.
  • Die Wärmepumpe bleibt mit Abstand am günstigsten: 735 €/Jahr (Wohnung) bzw. 1.300 €/Jahr (Haus) — rund 885 € weniger als Heizöl im Haus.
  • Rund 90 % der Haushalte könnten laut co2online durch einfache Verhaltensänderungen 465 € (Wohnung) bzw. 1.000 € (Haus) pro Jahr sparen.

Was ist der Heizspiegel?

Der Heizspiegel ist ein jährlich erscheinender bundesweiter Vergleichsbericht, der zeigt, wie viel Heizenergie Haushalte in Deutschland je nach Energieträger, Gebäudegröße und Baujahr typischerweise verbrauchen und zahlen. Herausgeber sind die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund. Er dient Mieterinnen, Mietern und Eigentümern als Richtwert, um die eigene Heizkostenabrechnung einzuordnen — liegt der eigene Verbrauch deutlich über dem Durchschnitt, lohnt sich ein genauerer Blick auf Dämmung, Heiztechnik oder Heizverhalten.

70-m²-Wohnung: Die Zahlen im Detail

  • Heizöl: 1.030 € (2025) → 1.275 € (2026) — +24 %
  • Erdgas: 1.170 € (2025) → 1.120 € (2026) — −4 %
  • Fernwärme: 1.295 € (2025) → 1.310 € (2026) — +1 %
  • Holzpellets: 735 € (2025) → 860 € (2026) — +17 %
  • Wärmepumpe: 715 € (2025) → 735 € (2026) — +3 %

130-m²-Einfamilienhaus: Die Zahlen im Detail

  • Heizöl: 2.145 € (2025) → 2.745 € (2026) — +28 %
  • Erdgas: 2.040 € (2025) → 1.930 € (2026) — −5 %
  • Fernwärme: 2.040 € (2025) → 2.055 € (2026) — +1 %
  • Holzpellets: 1.415 € (2025) → 1.740 € (2026) — +23 %
  • Wärmepumpe: 1.260 € (2025) → 1.300 € (2026) — +3 %

Die Zahlen gelten jeweils ohne Nebenkosten wie Wartung, Schornsteinfeger oder CO2-Abgabe und sind bundesweite Durchschnittswerte — regional und je nach Gebäudezustand kann der tatsächliche Verbrauch deutlich abweichen.

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Warum wird Heizöl so viel teurer?

Der starke Anstieg bei Heizöl hängt laut Heizspiegel 2026 vor allem mit geopolitischen Entwicklungen zusammen: Der Konflikt um Iran hat die Rohölpreise 2026 spürbar nach oben getrieben, und Heizöl folgt als Mineralölprodukt dem Rohölpreis unmittelbarer als etwa Erdgas. Wer mit Öl heizt, spürt diese Marktschwankungen direkter als Haushalte mit Gas- oder Fernwärmeverträgen, bei denen Preise oft über längere Zeiträume festgeschrieben sind.

Warum wird Gas günstiger — und bleibt es das?

Im ersten Halbjahr 2026 zahlten Haushalte im Schnitt rund 11,58 Cent pro Kilowattstunde Gas — 5,3 % weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Der Heizspiegel warnt jedoch ausdrücklich davor, diese Entlastung als dauerhaft zu betrachten: Die Gaspreise könnten bereits Ende 2026 oder im Laufe von 2027 wieder steigen. Wer gerade einen neuen Gasvertrag abschließt, sollte die Preisbindung und mögliche Preisanpassungsklauseln daher genau prüfen.

Wie viel lässt sich sparen?

Nach Einschätzung von co2online könnten rund 90 % der deutschen Haushalte ihre Heizkosten allein durch Verhaltensänderungen spürbar senken — ganz ohne Investition in neue Technik. Richtiges Lüften (Stoßlüften statt gekippter Fenster), eine um ein bis zwei Grad niedrigere Raumtemperatur und das Freihalten von Heizkörpern können den Verbrauch um bis zu 10 % reduzieren. Hochgerechnet ergibt das ein Sparpotenzial von rund 465 € pro Jahr für eine durchschnittliche Wohnung und rund 1.000 € für ein Einfamilienhaus.

Die eigenen Heizölkosten mit dem aktuellen Literpreis berechnet der Heizölkosten-Rechner. Wer prüfen möchte, ob sich ein Wechsel zu Gas, Wärmepumpe oder Pellets lohnt, nutzt den Heizkosten-Vergleich-Rechner. Und wer zusätzlich beim Strom sparen will, findet weitere Tipps im Stromkosten-Rechner.

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