IBAN erklärt: Aufbau, Prüfziffer und warum sie so wichtig ist
Hinter den 22 Zeichen einer deutschen IBAN steckt ein ausgeklügeltes Prüfsystem, das Überweisungsfehler verhindert. Wir erklären Aufbau und Algorithmus.
Was ist eine IBAN?
Die IBAN (International Bank Account Number) ist ein internationaler Standard zur eindeutigen Identifikation von Bankkonten, der seit 2016 in der EU verpflichtend ist. Sie ersetzt die frühere Kombination aus Bankleitzahl (BLZ) und Kontonummer. Eine deutsche IBAN besteht immer aus genau 22 Zeichen.
Der Aufbau der deutschen IBAN
- DE — Ländercode (2 Buchstaben, ISO 3166-1)
- XX — Prüfziffer (2 Ziffern, berechnet nach ISO 7064)
- XXXXXXXX — Bankleitzahl (BLZ, 8 Stellen)
- XXXXXXXXXX — Kontonummer (10 Stellen, ggf. mit führenden Nullen aufgefüllt)
Wie wird die Prüfziffer berechnet?
Der Prüfalgorithmus nach ISO 7064 (Modulo 97-10) funktioniert in drei Schritten: Erstens werden die ersten vier Zeichen (DE + Prüfziffer) ans Ende gestellt. Zweitens werden alle Buchstaben durch Zahlen ersetzt (A = 10, B = 11, … Z = 35). Drittens wird die entstandene Zahl modulo 97 berechnet — ist das Ergebnis 1, ist die IBAN gültig.
Wer prüfen möchte, ob eine IBAN korrekt ist oder eine gültige Prüfziffer berechnen lassen will, kann das mit dem IBAN-Prüfziffer-Rechner tun — ohne sich den Algorithmus selbst merken zu müssen.
Warum Prüfziffern Überweisungsfehler verhindern
Vor der IBAN-Einführung führten Tippfehler bei Kontonummer oder BLZ regelmäßig dazu, dass Geld auf falsche Konten übertragen wurde — und die Rückholung war aufwendig. Die IBAN-Prüfziffer erkennt die meisten Einzelfehler (falsche Ziffer) und alle Vertauschungsfehler (zwei Ziffern vertauscht). In der Praxis schlägt das Bankensystem damit die große Mehrheit aller menschlichen Tippfehler ab, bevor eine Überweisung ausgeführt wird.
BIC: Der Code der Bank selbst
Neben der IBAN gibt es den BIC (Bank Identifier Code), der die Bank selbst identifiziert. Innerhalb des SEPA-Raums ist der BIC seit 2016 für Überweisungen nicht mehr zwingend erforderlich — die Bank kann ihn anhand der BLZ in der IBAN selbst ermitteln. Bei internationalen Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums ist der BIC weiterhin Pflicht.
IBAN-Formate anderer Länder
Jedes Land hat eine eigene IBAN-Länge und -Struktur. Österreich (AT) hat 20 Stellen, die Schweiz (CH) 21, Malta (MT) sogar 31 Stellen — die längste IBAN weltweit. Der Aufbau variiert, der Prüfalgorithmus ist überall identisch. Wer Geld ins Ausland überweist, sollte die IBAN immer über ein offizielles Prüftool verifizieren, da Fehler teuer und zeitaufwendig zu korrigieren sind.