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Auto·6 Min. Lesezeit·05. Oktober 2026

Tankrabatt 2026: Was die Steuersenkung an der Zapfsäule wirklich bringt

Vom Rekordhoch im September zum staatlichen Tankrabatt im Oktober: Was sich bei Benzin und Diesel steuerlich ändert, wie viel davon wirklich an der Tankstelle ankommt — und was eine Tankfüllung und 100 km jetzt kosten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am 22. September 2026 kostete Super E10 laut ADAC im Bundesschnitt 2,267 € pro Liter, Diesel 2,428 € — ein Allzeithoch.
  • Seit 1. Oktober 2026 gilt ein staatlicher Tankrabatt: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um rund 14 Cent pro Liter, inklusive Mehrwertsteuereffekt eine rechnerische Entlastung von bis zu 16,7 Cent — befristet bis 31. Dezember 2026.
  • Nicht die volle Entlastung kam an der Zapfsäule an: Von den 16,7 Cent wurden bei Diesel im Schnitt rund 13,8 Cent weitergegeben, bei Super E5 rund 13,0 Cent.
  • Am ersten Tag des Tankrabatts (1.10., 8 Uhr) notierte der ADAC für Super E10 im Schnitt 2,062 € — 14,5 Cent weniger als am Vortag zur selben Zeit. Wenige Tage später waren die Preise bereits wieder leicht gestiegen.
  • Zusätzlich haben sich Bund und Länder auf einen Spritpreisdeckel verständigt, der spätestens zum 1. Januar 2027 kommen soll — Details stehen noch nicht fest.

Vom Rekordhoch zum Tankrabatt

Mitte September 2026 erreichten die deutschen Kraftstoffpreise mehrfach neue Allzeithochs. Am 22. September lag Super E10 laut ADAC bei 2,267 € pro Liter, Diesel bei 2,428 €. Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte öffentlich: Für viele Menschen, die täglich ein Auto brauchen, sei "eine Belastungsgrenze erreicht", man müsse etwas tun — allerdings zunächst ohne konkretes Instrument oder Zeitplan. Wenige Tage später einigten sich Bundeskabinett, Bundestag und Bundesrat auf einen befristeten Tankrabatt.

Was der Tankrabatt auf dem Papier bringt

Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 14 Cent pro Liter. Weil darauf auch weniger Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich nach Angaben der Bundesregierung eine rechnerische Entlastung von bis zu 17 Cent pro Liter (genauer: 16,7 Cent). Das Bundesfinanzministerium rechnet mit Steuerausfällen von 2,485 Milliarden Euro — die Länder sollen die Hälfte davon über einen Umsatzsteuerfestbetrag mittragen.

Was wirklich an der Tankstelle ankam

Eine Steuersenkung landet nicht automatisch eins zu eins im Zapfsäulenpreis — das hängt auch davon ab, wie viel die Tankstellen von ihrer Marge abgeben. Nach ADAC-Zahlen kamen von den 16,7 Cent Entlastung bei Diesel im Schnitt rund 13,8 Cent an, bei Super E5 rund 13,0 Cent. Der ADAC hatte im Vorfeld gefordert, dass die Steuersenkung "im Laufe der ersten Oktobertage vollständig an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wird" — das ist nach den vorliegenden Zahlen nur teilweise gelungen.

Am Starttag selbst war der Effekt trotzdem deutlich spürbar: Am 1. Oktober um 8 Uhr maß der ADAC für Super E10 im Bundesschnitt 2,062 € pro Liter — 14,5 Cent weniger als zur gleichen Zeit am Vortag. Wenige Tage später, an einem Freitag Anfang Oktober, waren es bereits wieder 2,098 € — 3,6 Cent mehr als am Vortag. Der Tankrabatt wirkt also, aber er ist kein Preisdeckel: Normale Marktschwankungen (Rohölpreis, Wechselkurs, Nachfrage) überlagern ihn weiterhin.

Rechenbeispiel: Benzin — 100 km vorher und nachher

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Ein Auto mit dem laut Statistischem Bundesamt üblichen Flotten-Durchschnittsverbrauch von 7,8 l/100 km bei Benzinern kostete am Allzeithoch (22.9., 2,267 €/l) pro 100 km: 7,8 × 2,267 € = 17,68 €. Zum Tankrabatt-Start (1.10., 2,062 €/l) waren es 7,8 × 2,062 € = 16,08 € — eine Ersparnis von 1,60 € pro 100 km bzw. 16,00 € pro 1.000 km. Bei 15.000 km im Jahr macht das rund 240 € aus, wenn der niedrigere Preis das ganze Jahr hielte — was er wegen der Befristung bis Ende Dezember 2026 nicht tut.

Rechenbeispiel: Diesel — zwischen Theorie und Praxis

Bei Diesel mit dem Flotten-Durchschnittsverbrauch von 7,3 l/100 km lag der Preis pro 100 km am Allzeithoch (2,428 €/l) bei 17,72 €. Mit der vollen theoretischen Entlastung von 16,7 Cent (Preis 2,261 €/l) wären es 16,51 € — eine Ersparnis von 1,22 € pro 100 km. Mit der tatsächlich bei Diesel angekommenen Entlastung von rund 13,8 Cent (Preis 2,290 €/l) sind es 16,72 € — eine Ersparnis von 1,01 € pro 100 km. Auf 15.000 km im Jahr gerechnet ist das ein Unterschied von rund 183 € (volle Entlastung) gegenüber rund 151 € (real angekommene Entlastung).

Die drei Preispunkte aus diesem Artikel für den eigenen Verbrauch und die eigene Fahrleistung liefert der Tankrabatt-Rechner. Die genaue Rechnung mit dem aktuellen Preis an der eigenen Tankstelle liefert der Spritkosten-Rechner. Wie viel davon Energiesteuer, CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer sind — mit und ohne Tankrabatt im Vergleich —, zeigt die Spritpreis-Analyse.

Direkt zum Rechner

Was als Nächstes kommt: der Spritpreisdeckel

Der Tankrabatt ist bis 31. Dezember 2026 befristet. Zusätzlich haben sich Bund und Länder auf einen Tankpreisdeckel verständigt, der spätestens zum 1. Januar 2027 eingeführt werden soll und sich an Regelungen in Luxemburg oder Belgien orientieren soll. Wie genau ein solcher Deckel in Deutschland aussehen würde, war zuletzt noch offen — ebenso, was zum Jahreswechsel passiert, wenn der Tankrabatt ausläuft, bevor ein Preisdeckel steht.

Fazit

Der Tankrabatt hat die Preise an der Zapfsäule sichtbar gesenkt, aber nicht um den vollen angekündigten Betrag — und nur befristet bis Ende 2026. Wer jetzt tankt, zahlt real spürbar weniger als am Allzeithoch im September, aber schwankende Rohölpreise und eine nur teilweise durchgereichte Steuersenkung sorgen dafür, dass der tatsächliche Vorteil kleiner und weniger stabil ist als die politisch genannten 17 Cent pro Liter.

Quellen & Rechtsgrundlagen
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