U-Wert berechnen – Wärmedurchgang, Dämmung & GEG 2024
Was ist der U-Wert?
Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärme pro Sekunde durch 1 m² eines Bauteils fließt, wenn die Temperaturdifferenz 1 Kelvin beträgt. Einheit: W/(m²·K). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung.
Berechnung: U = 1 / (Rsi + Σ(d/λ) + Rse). Rsi = 0,13 m²K/W (Innenoberfläche), Rse = 0,04 m²K/W (Außenoberfläche), d = Schichtdicke in m, λ = Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K). Diese Werte basieren auf DIN EN ISO 6946.
GEG 2024: Anforderungen an neue und sanierte Bauteile
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) legt U-Wert-Anforderungen für Neubauten und wesentliche Sanierungen fest. Außenwand: U ≤ 0,24 W/(m²K). Dach/oberste Geschossdecke: U ≤ 0,20 W/(m²K). Boden gegen Erde: U ≤ 0,30 W/(m²K). Fenster: Uw ≤ 1,3 W/(m²K).
Bei der Sanierung einzelner Bauteile (§ 48 GEG) gelten diese Grenzwerte bei einer Erneuerung der Außenverkleidung oder Dachhaut. Ausnahmen gelten bei unwirtschaftlichen Maßnahmen und Denkmalschutz.
Dämmstoffe: Wärmeleitfähigkeiten im Vergleich
Die Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert) ist der maßgebliche Kennwert für Dämmstoffe. Mineralwolle (Glas-/Steinwolle): λ = 0,032–0,040 W/(m·K). EPS (expandiertes Polystyrol/Styropor): λ = 0,030–0,040 W/(m·K). XPS: λ = 0,030–0,038 W/(m·K). Holzfaser: λ = 0,038–0,050 W/(m·K). PUR/PIR: λ = 0,022–0,028 W/(m·K) – die dünnste Option.
Die λ-Werte sind Nennwerte gemäß EN ISO 10456 und gelten für trockene, eingebaute Dämmstoffe. Feuchte erhöht die Wärmeleitfähigkeit deutlich – daher sind Dampfsperren und hinterbelüftete Konstruktionen wichtig.