Osmosewasser im Aquarium – GH & KH gezielt einstellen
Warum Osmosewasser (RO-Wasser)?
Leitungswasser in Deutschland hat je nach Region eine Gesamthärte (GH) von 3–25 °dH und eine Karbonathärte (KH) von 2–20 °dH. Für viele Weichwasserliebende Fische und Garnelen (Bärblinge, Diskus, Kristallgarnelen, Bienengarnelen) ist hartes Leitungswasser ungeeignet.
Umkehrosmosewasser (RO-Wasser) hat praktisch 0 °dH GH und KH – es ist reines Wasser ohne Mineralien. Durch Mischung mit Leitungswasser oder Remineralisierung kann der gewünschte Härtebereich exakt eingestellt werden.
GH/KH-Verhältnis und Torffilterung
Problematisch wird es, wenn Ihr Leitungswasser ein ungünstiges GH/KH-Verhältnis hat – z. B. sehr hohe KH bei niedrigerer GH. In diesem Fall kann allein durch Mischung mit RO-Wasser die KH nicht unter den Zielwert gesenkt werden, ohne gleichzeitig die GH zu stark zu reduzieren.
Lösungen: Torffilterung senkt pH und KH durch Huminstoffe. Säurepuffer (z. B. Phosphorsäure) reduziert KH direkt. Remineralisiersalze (z. B. Sera Mineral Salt, Dennerle Mineral) ermöglichen präzise GH-Einstellung bei 0-KH-Wasser.
Empfohlene Wasserwerte nach Tiergruppe
Neocaridina-Garnelen (Red Cherry, Blue Velvet): GH 6–8 °dH, KH 2–4 °dH, pH 7,0–7,5. Caridina-Garnelen (Crystal Red, Bienengarnelen): GH 4–6 °dH, KH 0–2 °dH, pH 5,8–6,8 (mit aktiven Substraten).
Diskus: GH 3–8 °dH, KH 1–4 °dH, pH 6,0–7,0. Malawi-Cichliden: GH 12–20 °dH, KH 6–12 °dH, pH 7,8–8,5 – hier ist hartes Leitungswasser oft ideal, kein RO nötig.