CO₂-Fußabdruck berechnen — persönliche Klimabilanz nach UBA-Emissionsfaktoren
Der persönliche CO₂-Fußabdruck umfasst alle direkten und indirekten Treibhausgasemissionen einer Person pro Jahr. Der deutsche Durchschnitt liegt bei ca. 9,6 t CO₂-Äquivalent pro Person und Jahr (UBA 2022). Das 1,5-°C-Ziel des Pariser Abkommens erfordert eine Reduktion auf unter 2,5 t CO₂eq/Person bis 2030.
Dieser Rechner berechnet die Emissionen aus den vier größten Bereichen: Energie (Strom und Heizung), Mobilität (Pkw und Flüge), Ernährung und Konsum. Die verwendeten Emissionsfaktoren stammen vom Umweltbundesamt (UBA) und dem IPCC.
Emissionsfaktoren (UBA 2023)
Strom Deutschland: 0,38 kg CO₂eq/kWh (Strommix 2023). Erdgas (Heizung): 0,202 kg CO₂/kWh. Heizöl: 0,267 kg CO₂/kWh. Benzin: 2,37 kg CO₂/L. Diesel: 2,67 kg CO₂/L. Kurzstreckenflug (< 3 h): 0,258 kg CO₂eq/Personenkilometer. Langstreckenflug: 0,195 kg CO₂eq/pkm (inkl. Höheneffekt nach IPCC). Ernährung omnivor: ~1.600 kg CO₂eq/a, vegetarisch: ~1.100 kg CO₂eq/a, vegan: ~900 kg CO₂eq/a.
Strom aus Photovoltaik erzeugt über den gesamten Lebenszyklus ca. 30–50 g CO₂eq/kWh — zehnmal weniger als Strom aus Erdgas (490 g CO₂eq/kWh). Die Umstellung auf Ökostrom und eine Wärmepumpe reduziert den persönlichen CO₂-Fußabdruck um typisch 1,5–3 t CO₂eq/Jahr.
Wirksamste Maßnahmen zur Reduktion
Laut einer Studie der Universität Lund (Wynes & Nicholas 2017) sind die vier wirksamsten Einzelmaßnahmen: Weniger Kinder (58,6 t CO₂eq/Jahr Einsparung), kein Auto (2,4 t/a), einmal weniger transatlantisch fliegen (1,6 t/a), pflanzenbasierte Ernährung (0,8 t/a). Im Gegensatz dazu sparen Energiesparlampen nur ca. 0,01 t/a und Recycling ca. 0,2 t/a — wichtig, aber von geringerer Klimawirkung.
CO₂-Kompensation: Zertifizierte Klimaschutzprojekte (Gold Standard, VCS) kompensieren Emissionen für ca. 10–25 €/t CO₂eq. Bei einem deutschen Durchschnitts-Fußabdruck von 9,6 t wären das ca. 100–240 €/Jahr zur Vollkompensation. Kompensation ersetzt keine Reduktion, kann aber unvermeidliche Emissionen (Fernflüge, Beruf) ausgleichen. Das UBA empfiehlt: erst reduzieren, dann kompensieren.