Stromanbieter wechseln: Arbeitspreis und Grundpreis richtig vergleichen
Wie sich der Stromtarif zusammensetzt
Jeder Stromtarif besteht aus zwei Komponenten: dem Arbeitspreis (Cent pro verbrauchter Kilowattstunde) und dem Grundpreis (fester Monatsbetrag unabhängig vom Verbrauch). Ein Tarif mit niedrigem Arbeitspreis, aber hohem Grundpreis kann für Wenigverbraucher teurer sein als ein Tarif mit höherem Arbeitspreis und niedrigerem Grundpreis — ein reiner Blick auf den Arbeitspreis reicht daher nicht aus.
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag laut BDEW-Strompreisanalyse 2026 bei rund 37 Cent pro kWh. Der typische Jahresverbrauch liegt bei etwa 1.500 kWh für einen Single-Haushalt bis 4.500 kWh für einen Vier-Personen-Haushalt.
Wechselkosten und Kündigungsfrist beachten
Ein Anbieterwechsel ist in Deutschland für Verbraucher in der Regel kostenlos — der neue Anbieter kündigt den alten Vertrag meist automatisch mit. Zu beachten ist lediglich die vertragliche Kündigungsfrist des aktuellen Tarifs, die bei Festlaufzeitverträgen üblicherweise ein bis drei Monate vor Ablauf liegt.
Wer einen Wechselbonus oder eine Prämie des neuen Anbieters erhält, sollte diesen einmaligen Betrag bei der Vergleichsrechnung berücksichtigen, aber nicht überbewerten — entscheidend für die langfristige Ersparnis sind Arbeits- und Grundpreis nach Ablauf der Bonusphase.
Grundversorgung ist fast immer die teuerste Option
Wer nach einem Umzug oder einer Anbieterinsolvenz keinen eigenen Vertrag abschließt, landet automatisch in der Grundversorgung des örtlichen Grundversorgers. Diese ist gesetzlich garantiert und jederzeit mit zwei Wochen Frist kündbar — aber in aller Regel spürbar teurer als ein frei wählbarer Sondertarif, weil der Grundversorgungstarif nicht im Wettbewerb kalkuliert wird.
Seit dem 1. Januar 2024 gibt es keine staatliche Strompreisbremse mehr, die hohe Preise gedeckelt hätte — die Strom- und Gaspreisbremsen liefen zum 31. Dezember 2023 aus. Ein Tarifvergleich macht seitdem wieder den vollen Unterschied zwischen Anbietern aus, ohne dass ein Preisdeckel einen Teil davon abfedert.
Häufige Fragen
Quellen & Rechtsgrundlagen
- BDEW-Strompreisanalyse — Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis als Vergleichsbasis





