Plug-in-Hybrid, Verbrenner oder E-Auto: Was kostet 100 km wirklich?
Rechenbeispiele mit den aktuellen Rekord-Spritpreisen von September 2026: derselbe VW Tiguan als Benziner und als Plug-in-Hybrid, plus ein typisches E-Auto — Kosten pro 100 km, pro 1.000 km und im Jahr.
Drei Antriebsarten, ein fairer Vergleich
Was ein Auto pro 100 km kostet, hängt bei einem Plug-in-Hybrid stärker vom eigenen Fahrverhalten ab als bei einem reinen Verbrenner oder E-Auto — je nachdem, wie oft geladen wird, liegt der Kilometerpreis mal näher am Strompreis, mal näher am Spritpreis. Die folgenden Beispiele rechnen mit den tagesaktuellen Werten von September 2026: Super E10 kostete laut ADAC am 22. September 2026 im Bundesschnitt 2,267 € pro Liter — nach mehreren Allzeithochs in den Wochen davor. Haushaltsstrom lag laut BDEW-Herbstanalyse 2026 im Schnitt bei 37,0 Cent pro kWh.
Rechenbeispiel 1: der reine Verbrenner
Ein VW Tiguan 1.5 eTSI (150 PS, reiner Benziner, kein Plug-in) verbraucht laut ADAC-Testdaten 6,1 Liter pro 100 km und hat einen 55-Liter-Tank. Bei 2,27 €/l ergibt das: 6,1 × 2,27 = 13,85 € pro 100 km, also 138,47 € pro 1.000 km. Mit vollem Tank kommt er rund 900 km weit. Bei 15.000 km im Jahr summiert sich das auf etwa 2.077 € Spritkosten.
Die genaue Rechnung für den eigenen Verbrauch und Kraftstoffpreis liefert der Spritkosten-Rechner.
Rechenbeispiel 2: der Plug-in-Hybrid — derselbe Tiguan als eHybrid
Der VW Tiguan eHybrid (204 PS) hat laut ADAC einen 45-Liter-Tank, eine nutzbare Batteriekapazität von 19,7 kWh, einen Stromverbrauch von 13,6 kWh/100 km und einen Verbrauch von 5,5 l/100 km, sobald die Batterie leer ist. Daraus ergeben sich zwei Extremwerte:
- rein elektrisch (inkl. 10 % Ladeverlust): 13,6 × 0,37 × 1,10 = 5,54 € pro 100 km
- rein mit Verbrennungsmotor (Batterie leer): 5,5 × 2,27 = 12,48 € pro 100 km
Der reale Kilometerpreis liegt dazwischen — abhängig davon, wie viel Prozent der Strecke elektrisch zurückgelegt werden, bevor nachgeladen wird:
- 30 % elektrisch (selten geladen, viele Langstrecken): 10,40 € / 100 km — rund 1.560 € im Jahr bei 15.000 km
- 60 % elektrisch (typischer Pendler, lädt an den meisten Tagen): 8,32 € / 100 km — rund 1.247 € im Jahr
- 90 % elektrisch (kurze Strecken, lädt fast täglich): 6,23 € / 100 km — rund 935 € im Jahr
Der Plug-in-Hybrid-Rechner rechnet das mit einem Schieberegler für den elektrischen Fahranteil direkt für das eigene Modell aus — mit Vorauswahl für zehn gefragte PHEV plus den VW Tayron eHybrid.
Rechenbeispiel 3: das reine E-Auto
Der ADAC-Ecotest misst bei aktuellen E-Autos zwischen 13,4 und 29,7 kWh/100 km, Kompaktmodelle liegen meist bei 16–20 kWh/100 km. Für ein Beispielfahrzeug mit 18 kWh/100 km ergibt sich beim Laden an der Haushaltssteckdose (0,37 €/kWh, 10 % Ladeverlust): 18 × 0,37 × 1,10 = 7,33 € pro 100 km — rund 1.099 € im Jahr bei 15.000 km. Wer überwiegend an einer öffentlichen AC-Säule mit angenommenen 0,50 €/kWh lädt, zahlt mit 9,90 € pro 100 km deutlich mehr, aber immer noch weniger als der Verbrenner.
Ladezeit und -kosten für das eigene E-Auto und die eigene Ladeart berechnet der E-Auto Ladekosten-Rechner.
Die Jahresrechnung bei 15.000 km im Überblick
- Verbrenner (Tiguan 1.5 eTSI): ca. 2.077 € Spritkosten
- Plug-in-Hybrid, 30 % elektrisch: ca. 1.560 € — 517 € gespart
- Plug-in-Hybrid, 60 % elektrisch: ca. 1.247 € — 830 € gespart
- Plug-in-Hybrid, 90 % elektrisch: ca. 935 € — 1.143 € gespart
- E-Auto, Laden zu Hause: ca. 1.099 € — 978 € gespart
- E-Auto, überwiegend öffentlich geladen: ca. 1.485 € — 592 € gespart
Der Unterschied zwischen 30 % und 90 % elektrischem Fahranteil beim selben Plug-in-Hybrid-Modell (517 € vs. 1.143 € Ersparnis) ist größer als der Unterschied zwischen einem Plug-in-Hybrid und einem reinen E-Auto. Beim PHEV entscheidet also weniger das Modell als das eigene Ladeverhalten über die Kosten.
Wann lohnt sich welcher Antrieb?
Wer täglich eine Lademöglichkeit hat und überwiegend kurze bis mittlere Strecken fährt, profitiert bei einem Plug-in-Hybrid fast wie bei einem reinen E-Auto — mit der Rückfallebene Verbrennungsmotor für die gelegentliche Langstrecke. Wer selten oder nie lädt, zahlt beim PHEV effektiv den Aufpreis und das Zusatzgewicht der Batterie mit, ohne den günstigen Stromanteil zu nutzen — dann ist ein sparsamer reiner Verbrenner oft günstiger als ein ungeladener Plug-in-Hybrid. Ein reines E-Auto ist über die gesamte Fahrleistung am günstigsten, sofern die Reichweite zum Fahrprofil passt und regelmäßig zu Hause oder günstig öffentlich geladen werden kann.
Fazit
Bei Rekord-Spritpreisen wie im September 2026 lohnt sich Laden mehr denn je. Alle drei Antriebsarten haben ihren Platz — der Plug-in-Hybrid ist dabei der Antrieb, bei dem die eigene Ladedisziplin den größten Hebel auf die tatsächlichen Kosten hat.
- ADAC — Aktueller Spritpreis — Super E10 2,267 €/l und Diesel 2,428 €/l, Stand 22. September 2026
- BDEW-Strompreisanalyse — Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis 2026: 37,0 Cent/kWh
- ADAC — Elektroauto-Test: Reichweite & Verbrauch — Ecotest-Spanne 13,4–29,7 kWh/100 km über aktuelle E-Autos
- VW Tiguan eHybrid — Technische Daten | ADAC — Tank, Batterie, Verbrauch des Plug-in-Hybrid-Rechenbeispiels
- VW Tiguan 1.5 eTSI — Technische Daten | ADAC — Verbrauch und Tank des Verbrenner-Rechenbeispiels
