Bewässerungs-Rechner — Wöchentlichen Wasserbedarf berechnen
Evapotranspiration als Grundlage
Der Wasserbedarf von Pflanzen richtet sich nach der Evapotranspiration (ET₀) — der Menge Wasser, die Boden und Pflanze gemeinsam an die Atmosphäre abgeben. Die monatlichen ET₀-Richtwerte basieren auf dem Penman-Monteith-Verfahren (FAO-56-Standard) und DWD-Klimadaten für Deutschland.
Für Deutschland gelten folgende Durchschnittswerte der Gras-Referenzverdunstung (ET₀): April 2,5 mm/Tag, Mai 3,5 mm/Tag, Juni 4,5 mm/Tag, Juli 5,0 mm/Tag, August 4,5 mm/Tag, September 3,0 mm/Tag, Oktober 1,5 mm/Tag. Quelle: DWD Agrarmeteorologische Beratung.
Pflanzenfaktoren (kc-Werte)
Jede Pflanzengruppe hat einen spezifischen Verbrauchskoeffizienten (kc): Rasen kc = 1,00, Gemüse kc = 0,90, Obst/Bäume kc = 0,75, Kräuter kc = 0,70. Bewässerungsbedarf [mm/Woche] = max(0, ET₀ × kc × 7 − Niederschlag). 1 mm entspricht 1 Liter pro m².
Bewässern Sie früh morgens (6–8 Uhr) um Verdunstungsverluste zu minimieren. Tiefes, seltenes Wässern (2–3 × pro Woche) fördert tiefe Verwurzelung besser als tägliches Sprühen.
Bewässerungssysteme und Wasserersparnis
Tropfbewässerung (Drip Irrigation) bringt Wasser direkt an die Wurzeln — Wasserverlust durch Verdunstung nur ca. 5 % (gegenüber 30–40 % bei Sprinklern). Besonders effektiv für Beete, Hochbeete und Gewächshäuser. Regenwassernutzung aus der Zisterne: Trinkwasserersatz für Bewässerung ist in Deutschland genehmigungsfrei bis 1 m³ Fassungsvermögen (je nach Bundesland — kommunale Vorschriften prüfen). Ein 1000-L-IBC-Container kann bei 100 m² Dachfläche und 10 mm Regen ca. 900 L Wasser sammeln.
Smart-Bewässerungscontroller (z. B. Gardena Smart System, Rachio) passen die Bewässerungszeiten automatisch an Wetterdaten und Bodenfeuchte an — Einsparungen von 30–50 % Wasserverbrauch im Vergleich zu zeitgesteuerten Systemen sind realistisch. EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000/60/EG) verpflichtet zu sparsamen Umgang mit Grundwasserressourcen; in Trockenperioden können Kommunen Bewässerungsverbote verhängen.