Harzguss-Volumen berechnen — Epoxidharz & Härtermenge
Epoxidharz-Systeme bestehen aus Harz (Komponente A) und Härter (Komponente B), die im Mischverhältnis nach Gewicht oder Volumen zusammengegeben werden. Gängige Verhältnisse: 2:1 (Harz:Härter) nach Gewicht, oder 1:1 nach Volumen — je nach Hersteller unterschiedlich.
Benötigte Gesamtmenge = Formvolumen [cm³] × Dichte [g/cm³] / (1 − Schwund). Epoxidharz-Dichte: ca. 1,1–1,2 g/cm³ (Mischung). Schwindfaktor: ca. 2–5 % für Epoxy (deutlich weniger als Polyesterharz mit 6–8 %). Offenzeit (Topfzeit): je nach System 15–90 min; Aushärtezeit: 24–72 h (Vollhärtung in 7 Tagen). Sicherheitshinweis: Epoxidharzhärter sind hautreizend — Schutzhandschuhe tragen.
Harztypen und Anwendungsbereiche
Epoxidharz (2-Komponenten): Niedrigste Schwindung (2–3 %), gute Haftung auf fast allen Untergründen, ausgezeichnete chemische Beständigkeit. Ideal für Gussobjekte, Kunstharz-Tische (River-Tables), Schmuck und Elektronik-Verguss. UP-Polyesterharz: Günstiger, stärker schrumpfend (5–8 %), Styrolgeruch — nur im Freien verarbeiten. UV-Harz: Photopolymerisation, sehr kurze Aushärtezeit (Sekunden bis Minuten unter UV-Lampe), ideal für Kleinteile und 3D-Druck (SLA/DLP).
Mischverhältnis exakt einhalten: Abweichungen von mehr als 5 % führen zu unvollständiger Aushärtung, klebrigen Oberflächen oder Rissen. Für genaues Abmessen Digitalwaage mit 0,1-g-Auflösung verwenden. Beide Komponenten vor dem Mischen auf Raumtemperatur bringen (idealerweise 20–25 °C) — Kälte erhöht die Viskosität und verlängert die Topfzeit.
Blasenbildung vermeiden und Nachbearbeitung
Blasen entstehen durch Lufteinschlüsse beim Rühren — langsam und gleichmäßig rühren (ca. 3 Min.), danach Gemisch kurz stehen lassen. Verbleibende Blasen mit Heißluftpistole (kurz, 40–50 °C Abstand 30 cm) oder mit Mund anblasen (CO₂ bricht Oberflächenspannung). Bei großen Gussteilen: druckarm unter 0,5 bar im Vakuumtopf entgasen. Nachbearbeitung: Schleifen nass mit 80→220→400→800→1500 Körnung, dann Hochglanzpolitur mit Polierpaste.