Strickgarn berechnen — Maschenanzahl aus Maschenprobe
Die Maschenprobe (Gauge Swatch) ist das zentrale Maß beim Stricken: Sie gibt an, wie viele Maschen und Reihen auf 10 cm entfallen. Maschenanzahl für gewünschte Breite: N = (Breite [cm] / 10) × Maschen-pro-10-cm. Reihenzahl: R = (Höhe [cm] / 10) × Reihen-pro-10-cm.
Garnmenge: Als Faustregel gilt ca. 25–35 g Garn pro 10 × 10 cm Strickfläche (je nach Garnstärke). Genauere Berechnung: Meter-Verbrauch = (Fläche [cm²] / 100) × Meter-pro-100g-auf-Etikett / Gewicht-pro-100g. Nadelstärke und Garngewicht (Lace, Fingering, DK, Bulky) bestimmen die Maschenprobe — Angaben auf dem Garnbanderole beachten.
Garngewichte und Nadelstärken
Internationale Garngewichtsklassen nach CYC (Craft Yarn Council): Lace (0–1) Nadelstärke 1,5–2,25 mm, ca. 800+ m/100 g; Fingering/Sockenwolle (1) 2,25–3,25 mm, ca. 350–500 m/100 g; Sport (2) 3,25–3,75 mm; DK/Double Knitting (3) 3,75–4,5 mm, ca. 200–250 m/100 g; Worsted (4) 4,5–5,5 mm; Bulky (5) 6–8 mm; Super Bulky (6) 9+ mm, ca. 50–80 m/100 g.
Wollarten und ihre Eigenschaften: Merinowolle (fein, weich, 18–24 µm) eignet sich für Kleidung direkt auf der Haut. Shetland-Wolle ist robuster und ideal für Mützen und Socken. Baumwollgarne dehnen sich weniger und sind schwerer — der Garnbedarf ist ca. 10–15 % höher als bei Wolle gleicher Dicke. Seide erhöht den Glanz, Alpaka die Wärme.
Musterwahl und Garnbedarf-Varianz
Das Strickmuster beeinflusst den Garnverbrauch erheblich: Rippenmuster (1×1, 2×2) verbrauchen ca. 20–25 % mehr Garn als glatt rechts gestrickte Flächen, da sie die Maschen horizontal komprimieren. Zopfmuster: bis 30 % Mehrverbrauch. Spitzenmuster: oft 15–20 % weniger Garn als Glattrecht. Beim Stricken nach einem fremden Muster immer die angegebene Garnmenge als Untergrenze betrachten und ggf. ein zusätzliches Knäuel kaufen — Farbchargen (Lot-Nummern) sind entscheidend für gleichmäßige Färbung.