Körperfettanteil berechnen — Navy-Methode und BMI-Methode
Die US-Navy-Methode schätzt den Körperfettanteil aus Körpergröße und Körperumfängen (Bauch, Hals; bei Frauen zusätzlich Hüfte). Genauigkeit: ±3–4 % im Vergleich zur DEXA-Messung (Goldstandard). Damit ist sie deutlich zuverlässiger als BMI-basierte Formeln.
Formel Männer: KFA% = 495 / (1,0324 − 0,19077 × log10(Bauch − Hals) + 0,15456 × log10(Größe)) − 450. Formel Frauen: KFA% = 495 / (1,29579 − 0,35004 × log10(Bauch + Hüfte − Hals) + 0,22100 × log10(Größe)) − 450.
Körperfett-Kategorien nach ACSM
Männer: Essentiell 2–5 %, Athleten 6–13 %, Fitness 14–17 %, Durchschnitt 18–24 %, Adipös ≥25 %. Frauen: Essentiell 10–13 %, Athleten 14–20 %, Fitness 21–24 %, Durchschnitt 25–31 %, Adipös ≥32 %. Quelle: American College of Sports Medicine (ACSM). Ein niedriger Körperfettanteil ist nicht automatisch gesünder — zu wenig Körperfett beeinträchtigt Hormonsystem und Immunfunktion.
Viszerales Fett (Bauchfett, um die inneren Organe) ist metabolisch aktiver und gesundheitlich relevanter als subkutanes Fett. Der Taillenumfang als einfacher Proxy: Gesundheitsrisiko erhöht ab > 88 cm (Frauen) bzw. > 102 cm (Männer) laut WHO. Taille-zu-Hüft-Quotient (WHR) > 0,85 bei Frauen und > 1,0 bei Männern gelten als Risikofaktoren für metabolisches Syndrom.
Messmethoden im Vergleich
DEXA-Scan (Goldstandard): Röntgenbasiert, unterscheidet Fett, Muskel und Knochen; Genauigkeit ±1–2 %. Hydrodensitometrie (Unterwasserwägung): Sehr genau, aber unpraktisch. Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Heimgeräte ±3–8 % Fehler, professionelle 8-Elektroden-BIA deutlich genauer. Kalipertest (Hautfaltenmessung): Trainingsabhängige Messgenauigkeit, gut bei geübten Anwendern. Die Navy-Methode ist kostenlos, benötigt nur ein Maßband und ist im Alltag gut reproduzierbar.