Sonnenschutz SPF berechnen — Schutzzeit nach Hauttyp
Der Lichtschutzfaktor (LSF, englisch SPF = Sun Protection Factor) gibt an, um welchen Faktor die Eigenschutzzeit der Haut verlängert wird. Die Eigenschutzzeit (T_eigen) ist die Zeit bis zur Hautrötung ohne Schutz. Schutzzeit = LSF × T_eigen. SPF 30 verlängert die Eigenschutzzeit um den Faktor 30.
Eigenschutzzeiten nach Fitzpatrick-Hauttyp: Typ I (immer verbrannt, nie gebräunt): 5–10 min; Typ II (meistens verbrannt): 10–20 min; Typ III (manchmal verbrannt): 20–30 min; Typ IV (selten verbrannt): 30–45 min; Typ V: 60–90 min; Typ VI: 90–120 min. Sonnencreme schützt nicht linear: SPF 15 filtert 93,3 %, SPF 30 filtert 96,7 %, SPF 50 filtert 98 % der UVB-Strahlung. Nachcremen nach 2 h oder nach dem Schwimmen ist unabhängig vom SPF notwendig.
UV-Index und Höheneinfluss
Der UV-Index (UVI) steigt pro 1.000 Höhenmeter um ca. 10–12 %. Bei UVI 8 (sehr hoch) am Tal und 2.000 m Höhe ergibt sich ein effektiver UVI von über 10 (extrem). WHO-Empfehlung: Ab UVI 3+ Sonnenschutz, Sonnenbrille und Kopfbedeckung; ab UVI 6+ zusätzlich Schatten meiden zwischen 11–15 Uhr; ab UVI 11 (extrem) minimale Exposition im Freien.
Reflexion verstärkt die UV-Belastung erheblich: Neuschnee reflektiert 80–85 % der UV-Strahlung (Gletscherblindheit ohne Gletscherbrille möglich), Sand ca. 15 %, Wasser 25 %, Wiesen nur 3–5 %. Auf Gletschern und im Hochgebirge ist der kombinierte Effekt aus Höhe und Reflexion extrem — SPF 50+ und UV-400-Gletscherbrillen sind Pflicht.
Auftragsmenge und häufige Fehler
Für eine ausreichende Schutzwirkung empfiehlt das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) 2 mg/cm² Sonnencreme — das entspricht ca. 3 Teelöffel (15 ml) für den gesamten Körper eines Erwachsenen. In der Praxis tragen die meisten Menschen nur ein Viertel bis die Hälfte dieser Menge auf, was den effektiven SPF drastisch reduziert: Bei halber Menge sinkt SPF 50 auf rechnerisch etwa SPF 7. Konsequenz: Immer großzügig auftragen, und spätestens nach 2 Stunden oder nach dem Schwimmen wiederholen.